Epilepsie

Epilepsie – Fehlfunktionen im Gehirn:

Epilepsie ist vereinfacht ausgedrückt eine Fehlleitung oder unkontrollierte Reizentladung im Gehirn. Diese Fehlfunktionen unterscheidet man im Wesentlichen nach der echten, genetisch vererbten Epilepsie oder nach einem z.B. vergiftungsbedingten ( oder anderer Ursachen hervorgerufenen ) Erscheinungsbild.

Echte, genetisch bedingte (von Eltern vererbte) Epilepsie:

Oftmals wird fälschlicher Weise angenommen, das bei einem Anfall der Hund bewusstlos zusammenbrechen müsste, dem ist aber nicht immer so. Die Anfallsbilder weichen von Hund zu Hund teilweise erheblich stark voneinander ab.

Der generalisierte Anfall: (das ganze Gehirn betreffend ) Dieser unübersehbare Anfall äußert sich mit dem totalen Ausfall aller Körperfunktionen, der Hund bricht zusammen, Zuckungen des Körpers und der Beine, krampfartige Kieferbewegung mit Schaumbildung vor dem Maul. Der Hund entleert die Blase und/oder den Darm und ist während dieser Phase zu keiner Handlung fähig und nicht ansprechbar. Bei der vererbten Epilepsie treten die Anfälle in der Regel mit dem 2. bis 3. Lebensjahr, teilweise auch schon früher auf.  Der Verdacht einer vererbten Epilepsie ist immer dann gegeben, wenn innerhalb einer bestimmten Zuchtlinie gehäuft betroffene Tiere anzutreffen sind! der primären Epilepsie kann nicht beseitigt werden – das heißt:
 
Epilepsie ist derzeit nicht heilbar!

Der partielle Anfall: (nur einen Teil des Gehirns betreffend)

Diese Anfälle werden nicht selten übersehen und äußern sich zum Beispiel in Kopfwackeln, Zuckungen nur eines Beines, Versteifung einer Körperseite, plötzliche Sabberanfälle mit Schaumbildung oder auch mit dem sogenannten Fliegenschnappen. (Der Hund schnappt nach nicht vorhandenen Fliegen) Solche Verhaltensweisen können auf Epilepsie hinweisen, wenn sie sich regelmäßig wiederholen.

Weiter unten ist ein Video, dass einen Do-Khyi während eines Anfalls zeigt.

Die Grundlage:

Es können lediglich die Symptome gelindert werden, dies bedeutet, dass bei einem Teil der Hunde mit Medikamenten die Häufigkeit der Anfälle reduziert und die Stärke der Anfälle gemindert werden kann. Dies bedingt jedoch die lebenslängliche Verabreichung der Medikamente und strikte Einhaltung von Dosis und Zeiteinhaltung der Gaben. Studien über die Wirkung bei Hunden verabreichten Antiepileptika wie z.B. Luminal ergaben:

Bei der Vererbung werden drei Arten des Defektes unterschieden:

In einem der beiden Elterntiere ist ein solch dominantes Gen vorhanden und wird an den Wurf weitergegeben.

– einfach rezessiv: beide Elterntiere haben die gleiche Veranlagung, also gleichartige Gene, dieses „Paar“ wird an den Wurf weitergeben.

– polygenetisch rezessiv: beide Elternteile haben für sich unterschiedliche Gene, die einzeln keine Wirkung haben, aber in der Kombination die Krankheit vererben.

Alle 3 Arten sind aus mehreren Gründen problematisch.

Zunächst kann man es den auslösenden Tieren nicht ansehen, ob sie das Gen tragen. Sie können nur Träger des Defektes sein, ohne selbst einem Anfall zu haben oder bekommen diese erst Jahre nach dem Deckakt.

Oftmals sind daher bereits Nachkommen vorhanden, die Anfälle auftreten und den erkrankten Hund ersichtlich zur Zucht untauglich erscheinen lassen!!

Im Detail: Primäre, genetische Epilepsie ist ein autosomal rezessiver Erbgang!

 
Die primäre-  genetische Epilepsie zeigt sich meistens zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Hier scheinen häufiger Rüden als Hündinnen betroffen zu sein, die Anfallshäufigkeit oder Frequenz kann von Tier zu Tier verschieden sein. Manche Tiere zeigen beispielsweise eine fast kalendarische Genauigkeit, andere krampfen in unregelmäßigen Abständen. Die klassische Grand Mal Epilepsie ist begleitet von generalisierten Krämpfen und Bewusstlosigkeit. Dazu kann Kot und Urinabgang kommen, Verletzungen durch Stürze, Zungenbisse und andere Probleme sind nicht selten. Durch die enorme Muskelaktivität, der Hyperthermie und der Verkrampfung der Atemmuskulatur liegt rasch eine lebensbedrohende Situation vor.

Die idiopathisch, essentielle oder genetische Epilepsie beim Hund, kommt häufiger vor als die sekundäre Epilepsie, d.h. es gibt mehr genetisch erkrankte epileptische Hunde mit einer Dysfunktion der Großhirnrinde als sekundäre erkrankte epileptische Hunde – die durch z.B. Stoffwechselerkrankungen, Hypothyreose, Nierenerkrankungen, Intoxikationen (Vergiftungen) Krampfanfälle zeigen.

Intoxikationen & Vergiftungen

z.B. durch Insektizide, Amphetamine, Organphospate, Schokolade, Kaffee, Marihuana, Strychnin, chlorierte Kohlenwasserstoffe ……

Toxischbedingte Anfälle zeigen eine unvollständige Erholung und sind meist begleitet von Durchfall, Atemnot, Erbrechen, muskulöser Störungen aber auch von Aggression, Hyperaktivität, Fliegenschnappen und Verhaltensänderungen und….und…und…

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Kommentar:

Mann könnte noch viele Seiten zum Erscheinungsbild der Disposition füllen:

Früher umfasste unsere Seite zur Epilepsie etwa drei Mal so viel Information und ging sehr viel weiter ins Detail. Dies hatte jedoch über Jahre hinweg nicht die geringste Auswirkung darauf, dass speziell bei der Zucht von Do Khyi tatsächlich eine gesteigerte Sensibilität zur Disposition in Züchterkreisen entstanden wäre. Nach Aussen vielleicht, bei den späteren Verpaarungsaktivitäten von als bekannt geltenden Trägern jedoch nicht. Erst in diesem Winter ist wieder eine Verpaarung von Trägern erfolgt, ohne das dies in irgend einer Weise auch nur das geringste Aufsehen in „Züchter- oder Vereinskreisen“ erregt hätte.

Stattdessen wurde auf einer ganzen Reihe von anderen Do Khyi- Webseiten dies Thema aufgegriffen,  eine tatsächliche Einsicht zu den züchterisch beeinflussbaren Ursachen innerhalb der Population, lässt jedoch bis zum heutigen Tage auf sich warten, mit ganz wenigen Ausnahmen. 

Offenbar ist die Dekadenz unter Züchtern weit verbreitet, solange keine Fälle öffentlich werden, so wie auf dem nachfolgenden Video:

Video eines Do Khyi während eines Anfalls

Lediglich Betroffene, die das Pech haben solch einen Hund zu erhalten, erzürnen sich zu Recht, aber wie gesagt… nur die Betroffenen selbst – und seltsamerweise auch nur in Richtung des einen Züchters, von dem sie gerade diesen Hund erhielten. Ein globaler Gedanke an die tatsächlichen Ursachen in der Population scheint dabei sehr fern zu liegen?

Andere Züchter, die sehr viel mehr an veranlagten Trägern vermehrt und völlig gedanken- oder skrupellos in die Population eingebracht haben, werden hingegen von den gleichen Leuten als „Heilsbringer“ für die Rasse beklatscht …ein Paradoxum, dass wirklich niemand verstehen können muß.

Der weitaus grössere Teil von Personen die sich mit der Population beschäftigen gehen lieber zu Ausstellungen, sammeln glänzende Pokale oder tauschen in Foren & Listen nette Bildchen ihrer Hunde aus. Nicht etwa aus Unwissenheit zu den Hintergründen und Problematiken, sondern weil diese offenbar viel lieber verdrängt werden. Gesellige Spaziergänge im Siebengebirge oder dem Sauerland sind schließlich auch sehr viel amüsanter.

So ist man, völlig losgelöst von der tatsächlichen Do Khyi- Erde, dort in guten Händen und braucht sich um nichts mehr wirklich zu sorgen, außer um vom VDH anerkannte Körungen, wo dann die eigenen (gesunden) Hunde als Mischling erkannt und bewertet werden. 

Was für ein Erfolg!

Es gibt jedoch noch eine Steigerung von solch einem ausnehmend ignoranten populationszerstörenden Verhalten, aber dazu gibt es ja den Hotspot mit seinen diversen Unterseiten, um darauf aufmerksam zu machen.

Copyright ©, alle Rechte vorbehalten.

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Responses

  1. Hallo,

    seit einigen Monaten hat mein vierjähriger Beagle Epi-Anfälle. Er bekommt relmäßig

    morgens und abends 3 Luminetten.

    Trotzdem hat er alle paar Wochen einen Anfall. Dass die Epi nicht zu heilen

    ist, das weiß ich. Aber seit ein paar Tagen zeigt er ein sehr merkwürdiges Verhalten : Er “ grast“ sozusagen den Teppich ab und leckt ihn auch lange und sehr intensiv. Heute hat er sich danach auch sehr stark erbrochen.
    WER HAT ERFAHRUNGEN MIT SOLCHEM VERHALTEN UND KANN MIR EINEN RAT GEBEN ? Vielen Dank im voraus.

    Beste Grüße vom

    Oliver Stern

  2. Hallo!
    Ich habe zwei Hunde. Einer hat ebenfalls Epilepsie, der andere ist

    gesund, hat aber einen empfindlichen Magen und frißt leider Gottes gern Steine. Der Steinefresser hat auch ab und zu Phasen, in denen er den Teppich oder die Couch intensiv ableckt. Manchmal, wenn ich ihn dann raus lasse, frißt er viel Gras, was für mich dann bedeutet, daß er wieder was schlecht verdauliches gefressen hat. Ich würde die Epilepsie nicht unbedingt mit diesem Teppichlecken in Verbindung bringen.
    Noch ein Tip: Wenn Dein Beagle immer noch Anfälle hat mit Luminaletten und die Dosis bisher nie erhöht wurde, würde ich versuchen, Dibro dazu zu geben.
    Mein Border Collie war mit Luminal auch nicht anfallsfrei zu kriegen. Er krampfte alle 10-18 Tage,

    manchmal häufiger und in Serien. Von der ersten Dibrogabe an vor 5 Monaten war er anfallsfrei. Vor drei Wochen hatte er einen ganz kleinen schwachen Anfall, der im Verhältnis zu vorher kaum der Rede wert war. Seither war wieder nichts mehr.

    Liebe Grüße
    Anne

  3. Hallo!

    Wir haben auch einen Hund mit Epilepsie. Es ist ein Owtscharka mit dem Namen Odin.
    Er hat erst Anfang des Jahres die Anfälle bekommen und daher ist die Situation noch relativ neu für uns.

    Das Dibro, welches Du oben erwähnst, ist das Kaliumbromid, oder?

    LG
    Kay

  4. Hallo Kai,

    JA, …genaueres per eMail, denn es gilt bei der Einstellung einiges zu beachten. Buddha, der Hund auf dem Video lebt immer noch, weil er mit viel Umsicht behandelt wurde und noch immer wird. Andere Hunde, in den Händen von Personen die sich offenbar nicht wirklich sachkundig machten und erst viel später erkrankten, leben längst nicht mehr. Wobei der Krankheitsverlauf natürlich auch sehr unterschiedlich sein kann und daher oft nicht miteinander vergleichbar ist.

    Beste Grüße und gutes Gelingen für die Behandlung Deines Odin,
    Felix


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