Verfasst von: Felix Arnst | 14. November 2008

Do- Khyi Archiv I

dokhyisammlungIch denke, dass meine Frau und ich über die Jahre wohl eines der grössten Archive über unsere Hunderasse angesammelt haben. Leider lässt es sich meine Frau nicht nehmen einen Teil davon auch an die Wand zu hängen, mein Geschmack ist dies nicht. 😉

Aus sehr vielen, teilweise sicher auch recht seltenen Publikationen zusammen getragen, besitzen wir nicht nur sehr alte Abbildungen der Hunde, sondern auch eine entsprechend umfangreiche Sammlung von Büchern, Zeitungen, Drucke und auch Videos, in denen die Rasse erwähnt oder etwas erweitert oder sogar recht ausführlich beschrieben wurde.

Teile daraus reichen bis weit in das vorige Jahrhundert zurück.

In den letzten Jahren habe ich immer wieder einmal Passagen daraus auf meinen Vorgängerwebseiten veröffentlicht, leider musste ich jedoch feststellen, dass sehr umfangreich und leider auch ungefragt Kopien und Scans davon erstellt wurden, anderenortes im Web publiziert und dort als eigene „Fundstücke“ ausgegeben wurden. Wo einige nunmehr recht bekannte Original- Drucke tatsächlich sind und woher diese ursprünglich stammen, kann oben und etwas weiter unten nun auch gern genauer eingesehen werden. Dazu gibt es noch viele, viele weitere Beispiele.

Erst im letzten oder vorletzten Jahr noch erschien ein recht umfangreicher Bericht zur Entwicklung der Rasse in einem Forum, wobei die Autorin sich es leider nicht nehmen lies in mehreren Teilen vorher zahlreich von meinen Webseiten kopierte Fotos einzubinden und dort als eigene „Recherche“ und Dokumentation zu veröffentlichen, natürlich ohne jeden Quellhinweis…

Etwa ein Jahr vorher hatte ich fast sämtliche Fotos daraus auf meinen Webseiten unter dem Tiltel: „Historie“ veröffentlicht. So werden dem einen oder anderen Leser einige der hier abgebildeten Drucke bereits recht bekannt vorkommen. Seit 1997 betreiben wir eine Webseite zum Do- Khyi, es ist schon erstaunlich auf wievielen anderen Webseiten mittlerweile Bilder und auch Texte aus unserem Fundus zu finden sind. Ist ja auch irgendwo logisch, über viele Jahre wurde kreuz und quer kopiert, nur sollte man so etwas nicht unbedingt ohne Quellangabe und Genehmigung veröffentlichen, dies könnte teuer werden.

dokhyisammlung2Damals kannte ich die geltende Rechtslage selbst auch noch nicht so ausführlich wie heute, sonst hätte ich diesen Hintergrund schon damals entsprechend deutlich klar gestellt. Dies war mir seinerzeit jedoch einfach nur zu blöd.

Heute haben wir eine ganz andere Situation.

Ein mittlerweile verstorbener, ebenfalls sehr eifriger Sammler: Thomas Wechsler, Schweiz, hat von den frühen 80igern angefangen, bis etwa 2002 auch sehr viel Material angehäuft.

Aus diesem Fundus stammen auch die nachfolgenen Exemplare der US- American Kennel Gazette, die wohl mit die ältesten Dokumente zur Rasse unserer Zeit sein dürften. Thomas sandte mir die Kopien irgendwann zwischen 2000 und 2003 zu, diese wurden auch irgendwann im Magazin des Schweizer Do- Khyi Klub veröffentlicht, dem er damals als Präsident vorstand. Meine Quelle dürfte damit hinreichend beschrieben sein. Die Originale, bzw. Kopien davon, werden eventuell auch noch im Nachlass von Thomas vorhanden gewesen sein. Dort sieht sie künftig aber leider niemand mehr…

So wie diese frühen Dokumente über die tibetischen Hunderassen, gibt es viele Beispiel, die ich hier nun in einer kleinen Serie veröffentlichen möchte. Lediglich auf meiner Festplatte vorhanden, nützen diese ebenfalls niemandem ausser mir selbst, dies sehe ich dem Sinne nach als verfehlt an. Ich bin gern bereit mit anderen Interessenten an der Rasse Do- Khyi zu teilen, weise jedoch ausdrücklich und vorsorglich auf das Copyright dieses Blog hin.

Die Archiv- Serie beginnt mit mehreren Zeitungsausschnitten aus dem Mai 1927:

gazette

Mrs. Bailey hat sich damals sehr viel Mühe gegeben die tibetsichen Rassen recht umfangreich zu beschreiben.

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Interessant aus heutiger Sicht ist, dass auch damals durchaus schon bekannt war, dass der eigentliche Name des TM tatsächlich Do- Khyi ist. Auch auf oberem Bild ist wieder recht gut zu sehen, dass selbst zu dieser Zeit Do- Khyi keineswegs ein schlankes Knochengerüst und eine kurze Fellstruktur aufgewiesen haben. Dies sei hier aber nur am Rande angemerkt. Es gibt ja eine einzelne Züchterin, die immer noch davon überzeugt ist, dass nur ihre Hunde (ich schreibe ganz bewusst nicht Do- Khyi) dem ursprünglichen Erscheinungsbild der Rasse ähnlich wären, weit gefehlt, wie auch hier sehr deutlich zu sehen ist. Echte Do- Khyi waren zu keiner Zeit regelrecht stockhaarig. Soviel auch dazu.

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Der oben abgebildete T-Spaniel zeigt, dass die Urahnen dieser Rasse auch im heutigen Erscheinungsbild der Rasse zu finden sind. Gleiches gilt für die L- Apso und T- Terrier.

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Wann immer ich die alten Abbildungen oben und viele andere Dokumente aus dieser Zeit betrachte, muss ich immer wieder darüber schmunzeln, was in heitigen Tagen teilweise für merkwürdige Hunde als Do- Khyi an Welpenkäufer weiter gegeben wird. Offenbar wurde in weiten Teilen immer noch nicht der Unterschied verstanden, den die Tibeter selbst, zu allen Zeiten übrigens, zwischen Do- Khyi, Khyi- Apso oder weiteren Bezeichnungen machten. Frau Bailey spricht mit oberem Ansatz jedoch sehr deutlich aus, worin dieser Unterschied besteht. Daher sollte sich ein Betrachter durchaus einmal die Mühe machen und die Texte inhaltlich übersetzen.

roof5So sind die beiden zuletzt abgebildeten Hunde natürlich keine Do- Khyi sondern entsprechen lediglich den Varianten die eine im Tibet übliche, nicht in unserem westlichen Sinne stattgefundenen Rassehundezucht entsprechen.

Die oberen Dokumente haben auch mit dieser Veröffentlichung die Zeiten und den Unsinn überdauert der leider immer wieder dazu verbreitet wurde und immer noch wird.

Mir wird es immer wieder ein Bedürfnis sein die tatsächlichen Gegebenhieten der Rasse aufzuzeigen.

Im Gegensatz zu den anderslautenden Statements die zahlreich zur Rasse in Umlauf gerieten, kann ich jedoch dokumentieren wie abwegig so manche dieser Darstellungen tatsächlich sind.

Ich denke, es ist völlig unerheblich ob man den Do- Khyi als Khyi- Apso, Tibet Mastiff oder Do- Khyi- Apso bezeichnet.

Wichtig ist lediglich zu wissen, dass Wesen, Gerüst, Knochenstärke und Fellstruktur nie anders waren als dies noch in den holländischen, schweizer und deutschen Zucht- Linien bis etwa 2002 durchweg der Fall war.

Erst danach wurde hierzulande der offenbar von mongolischen Strassenhunden oder meinetwegen auch sonstwo her stammende, kurzhaarige, deutlich kleinere und schlankere „Do- Khyi“ von einer einzelnen Züchterin erfunden. Tasächlich gibt es in heutigen Tagen ein paar Leute die dies nachfolgend tief verinnerlicht haben.

Was auch immer man damit bezweckte, was immer man damit heute als tibetische Hunde verkauft, Do- Khyi sind dies jedenfalls nicht.

Wer die Gegenwart und auch die Zukunft also etwas besser verstehen möchte, sollte dazu gelegentlich einfach einmal einen klitzekleinen Blick zurück werfen.

So liegt das Land der Do- Khyi zwar über den Wolken, von der Erde weit abgehoben waren jedoch niemals und zu keiner Zeit die Hunde selbst.


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