Verfasst von: Felix Arnst | 17. September 2008

HotSpot: „Hundezucht“ und das Finanzamt…

Feierlich,

ist es wirklich nicht mehr, was gelegentlich unter dem Deckmantel einer angeblichen „Hobbyzucht“ alles stattfindet:

Um auf dies Thema jedoch näher eingehen zu können ist es wichtig den Begriff „Hobbyzucht“ etwas genauer zu betrachten. Für mich ist der Begriff und Hintergrund einer  Hobbyzucht in erster Linie auf Zuchtstätten anzuwenden die dem Gedanken und den Grundsätzen einer Liebhaberzucht entsprechen und ganz vordergründig eben nicht mit kommerziellem Ansatz und Ziel betrieben werden.

Dies mag auf die Mehrzahl (auch in Bezug zur Rasse Do Khyi) der aktiven Zuchtstätten zwar zutreffend sein, bei jenen hingegen, die schon über viele Jahre wesentlich „aktiver“ sind als dies mit dem Ansatz und den üblichen Rahmenbedingung einer Hobbyzucht noch zu erklären wäre, ist es jedoch ganz gewiss nicht mehr so.

Die Grenzen dessen, wass eine Hobyzucht ausmacht und anschliessend kommerzielle Bereiche und damit verbundene Absichten tangieren kann – ist sicher fliessend, daher gibt es (aufgrund entsprechender Notwendigkeiten) bereits einige ganz klare Anhaltspunkte:

Hier der Standpunkt eines Züchters, der auch durchaus nachvollziehbar ist.  Soweit sogut, sofern es denn auch (allgemein) so wie zuvor beschrieben, auch tatsächlich zutrifft.

Dies mag für die Mehrheit der organisierten Züchter in den einzelnen Verbänden auch gern zutreffend sein, ich möchte jedoch die berühmten „Ausnahmen“ die sich stets für etwas gleicher als den Rest des Züchter- Umfeldes halten, etwas genauer betrachten.

Hier ein bekanntes Beispiel einer Do Khyi- Zuchtstätte:

Die Zuchtstätte verfügt über mehrere eingezäunte Bereiche, mehrere überdachte Aussenzwinger und beherbergt über mehr als 15 Jahre hinweg 10- 15 (zeitweise mehr) zuchtfähige Hunde.

In den letzten 15 Jahren wurden dort alljährlich zwischen 3- 4 Würfe mit durchschn.  6-8 Welpen abgewickelt (produziert) – eine nicht näher zu beziffernde Anzahl von aus Nachbarländern (aus absatzbedingten Überschüssen anderer Züchter) eingekaufter „Welpenware“ aus fremden Zuchtstätten bzw. als zugekaufte Handelsware , nicht eingerechnet.  Selbstverständlich wurde die „Fremdzuchtstättenware“ regelmässig  dem eigenen Zwingernamen als Abkömmlinge der eigenen Zuchthunde zugeordnet, durchliefen gut gemeinte Wurfabnahmen und wurden somit unter völlig falschen Rahmenbedingungen, mit unzutreffenden Ahnentafeln versehen u. nachfolgend weiter veräussert.

Wobei dies und ähnliches jedoch ein völlig anderes Thema ist, wenngleich dieses Beispiel sehr gut die eigentlichen Absichten mancher Züchter aufzeigt…

Nach belegbaren Einträgen in das Zuchtbuch des zuständigen Vereins sind dort bis etwa 2005 über 150 Welpen gefallen, welche samt und sonders ohne jeden steuerlichen Abgleich an Privatpersonen veräussert wurden.

Eine beträchtliche Anzahl von Jahren waren beide Personen die diese Zuchtstätte (immer noch) betreiben ohne jede anderweitige, berufliche Tätigkeit, dies bis eben etwa 2005.

Wovon hätte man dort jahrelang leben können, ausser den Einnahmen die mit der dortigen Hundezucht erzielt wurden?

Ist dies ein Hobby ohne Gewinnabsicht?

In Hundeforen spricht man zur eigenen Person von Professionalität in der Hundezucht und bezeichnet andere Züchter, die zurückliegend wesentlich weniger Würfe produzierten als Hobbyzüchter.

Gesetzliche Rahmenbedingungen:

Wer 3 oder mehr fortpflanzungsfähige Hündinnen hält oder mehr als 3 Würfe p.a. macht, muss diese Tätigkeit nach § 11 TschG der zuständigen Behörde (Veterinäramt) melden und eine entsprechende Erlaubnis beantragen und die dortigen Zuchtverhältnisse prüfen lassen. So bestimmt es das Gesetz.

Auch verstehe ich nicht, warum einige Züchter immer so gern mit angeblich nicht existierendem Gewinn bei der Hundezucht argumentieren möchten? Das Finanzamt interessiert nämlich zunächst gar nicht ob mit dem Verkauf von Welpen tatsächlich ein Gewinn erzielt wurde. Grundsätzlich ist jeder steuerpflichtige Bürger ab einem Umsatz v. über 17.500 Euro p.a. in jedem Falle zunächst einmal eindeutig Umsatzsteuerpflichtig.

Das diese „Marke“ bereits mit dem Verkauf von 12 Welpen p.a. deutlich überschritten ist, muss dabei offenbar nicht immer von jedem Hundeverkäufer wirklich bemerkt worden sein? Bei dieser Gelegenheit kann/ könnte man jedoch gern auch die angeblichen (tatsächlich belegbaren) Betriebs- Kosten bzw. die darin enthaltene MwSt. gegenrechnen. Warum stellt sich dieser Auflage jedoch niemand – oder kaum jemand, der sich der Hundezucht (ohne Gewinnabziehlungsabsicht) doch angeblich verpflichtet fühlt?

Ich bin mir relativ sicher, dass viele Hundezüchter bzw. deren züchterische „Aktivität“ den oben beschriebenen Rahmen längst erreicht und weit überschritten haben werden, keine Gewerbeanmeldung vorgenommen haben u. von einer Erlaubnis zur Hundezucht nach § 11 TschG erwartungsgemäß ebenfalls weit entfernt sein werden.

Natürlich lässt sich all dies ggf. sehr genau prüfen.

Ich denke, wer sich als Unternehmer (Profi) begreift und bei passender und unpassender Gelegenheit gern von angeblichen Geschäftsschädigungen redet, sollte sich auch den allgemein gültigen, unternehmerischen Rahmenbedingungen unserer steuerlichen Gesetzgebung stellen müssen, so wie es in jeder anderen Branche auch der Fall ist.


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