Verfasst von: Felix Arnst | 10. Juni 2008

Skandalthema – Ferkelkastration

10.06.2008 | 08:30 Uhr

Skandalthema „Ferkelkastration – Schmerzen für Billigfleisch“ in Deutschlands einzigem Tierschutz-Talk diskuTIER
Sendedatum: 11.06.2008, 20:30h, auf TIER.TV

Berlin (ots) – Um Ebergerüche beim Fleischkonsum zu verhindern, werden in Deutschland jährlich über 20 Millionen Ferkel kastriert – ohne Betäubung. Bei vollem Bewusstsein werden den, nur wenige Tage alten Tieren mit einem Messer beide Hoden entfernt und die Samenleiter durchtrennt – das Deutsche Tierschutzgesetz macht es möglich. Aktuelles Bildmaterial – das TIER.TV exklusiv aus deutschen Schweinemastbetrieben vorliegt – zeigt, wie die Tiere bei diesem Eingriff leiden. Das Thema Ferkelkastration wird von der Politik und vom Deutschen Bauernverband seit langem tot geschwiegen.

Doch inzwischen gibt es zur unnötigen Quälerei Alternativen: Eine Schweizer Firma hat ein Narkosegerät entwickelt und erprobt. NEULAND, der Verein für tiergerechte und umweltschonende Landwirtschaft, nutzt dieses Gerät seit dem 1. Mai erfolgreich. Kein Ferkel wird mehr Todesängsten ausgesetzt – auch ein Qualitätsvorsprung, wenn man bedenkt, dass Angst und Stress sich in der Fleischqualität niederschlägt. Doch das Narkose-Gerät muss sich erst bewähren. Kritiker gibt es genug…

Quelle:

Pressemitteilung, Stephanie Freyer, TIER.TV, http://www.tier.tv/


Responses

  1. Zum Thema Ferkelkastration ist das Internet ja mittlerweile voll; da fällt es schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen.
    Am wenigsten glaube ich dem Dt. Tierschutzbund, der auf 34 seiner 120 Naturlandbetriebe die Isofluranbetäubung einsetzt – mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung!!! – und zum Verzicht auf Schweinefleisch aufruft, das von nicht mit Betäubung kastrierten Schweinen stammt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Was soll bei Fleischverzicht mit den 22 Mill. männlichen Tieren passieren. Nach der Geburt direkt euthanasieren, wie bei den Legehennen die männlichen Küken oder doch besser ins Ausland verkaufen?
    M.E. werden über 99 % aller in Europa kastrierten männlichen Schweine ohne Betäubung kastriert. Warum ist das so?
    einige gute Hinweise habe ich auf der Seite des ZDS (http://www.zds-bonn.de) gefunden. Ich weiß, Lobbyist! Ist der Dt. Tierschutzbund aber auch: der lebt von Spenden, die er nur kriegt, wenn er möglichst emotional Themen besetzt. Entgegen der Informationen des Dt. Tierschutzbundes scheint der ZDS aber mit Fakten zu punkten: danach spricht gegen den Einsatz von Isofluran
    1. Die fehlende Zulassung (wie gesagt; Neuland darf nur mit Ausnahmegenehmigung diese Methode auf einigen seiner Betriebe testen. NICHT auf ALLEN!)
    2. Die Hersteller werden keine Zulassung für diesen Einsatzzweck anstreben (Kosten rd. 1,5 bis 2 mio Euro) solange nicht klar ist, für welche Methode man sich in Europa entscheiden wird.
    3. Isofluran schaltet den Schmerz nicht aus! Parallel muss ein Schmerzmittel gegeben werden.
    4. Es ist eine Präzisionsapparatur erforderlich, damit die Personen, die die Methode anwenden, nicht “vergast” werden und überschüssiges Gas abgesaugt wird.
    5. In der Humanmedizin ist dieses Betäubungsgas kaum noch gebräuchlich, weil schwer zu dosieren. Außerdem müssen Patienten zeitgleich intubiert werden, um Sauerstoff zuzuführen. Bei Ferkeln verzichtet man darauf.
    6. Die Apparatur kostet angeblich rd. 10.000 Euro und darf nur durch tierärzte angewendet werden. Für einen flächendeckenden Einsatz fehlt es an Tierärzten, die sich natürlich unheimlich freuen, nach 5 Jahren Studium nur kastrieren zu dürfen!?
    7. Die Apparatur macht nur bei einem überbetrieblichen Einsatz Sinn. Dagegen spricht allerdings die Schweinehaltungshygiene-VO, weil Krankheiten von einem Betrieb auf den nächsten übertragen werden können. Welcher Tierarzt und Betriebsleiter wird dieses Risiko eingehen (wollen).
    8. Lt. Tierschutzbund kostet diese Methode rd. 5 bis 10 Cent je kg Schweinefleisch. Das sind 5 bis 10 Euro je Schwein. Bei einem Erlös von derzeit rd. 1,70 Euro je kg und Abzug der Kosten in Höhe von 1,82 Euro zahlt der Mäster derzeit drauf. Wie soll man da die zusätzlichen Kosdten ungterbringen? Für Neuland ist das kein Problem, weil er die Preise diktieren kann. Für einen konventionellen Schweinehalter wird das aber schlechgweg nichgt möglich sein.

    Unabhängig davon, haben sich Handel, Landwirte und Fleischverarbeiter jetzt auf eine gemeinsame Übergangslösung verständigt (steht zumindest auf der ZDS-Seite). Mit der Düsseldorfer Erklärung wird eine Schmerzbehandlung favourisiert, bis man ganz auf die Kastration verzichten kann.

  2. Hallo Ines,

    vielen Dank für Deinen sehr aufschlussreichen Kommentar. Wie immer scheint der „Teufel“ im Detail zu stecken. Als nicht wirklich sonderlich tief in diesem Thema steckender Mensch freut man sich eigentlich schon darüber, dass überhaupt damit begonnen wird darüber nachzudenken.

    Kosten hin oder her, so darf man einfach nicht mit Tieren umgehen.

    Auch möchte ich lieber nicht wissen, wie diese Problematik in anderen Ländern gehandhabt wird.

    Deutschland wird auch dabei keine Insel sein.


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