Verfasst von: Felix Arnst | 8. Juni 2008

Was ist „erfolgreiche“ Hundezucht?

Ein eher nüchterner Erfahrungsbericht aus der Sicht eines Liebhabers.

Teil 1, Rasseerhalt

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Vorwort:

Der Gesamtbericht wird zu diesem sehr umfangreichen Thema mehrere Artikel umfassen, in unregelmässigen Abständen erstellt und hier eingestellt. Der allgemeine Tenor ist dabei nicht auf den Do Khyi als Rasse angelegt, sondern bezieht sich in der Hauptsache auf die allgemeine Hundezucht -innerhalb und ausserhalb – von Vereinen und Verbänden. Viele der hier zusammengefassten Informationen wird für Personen die sich zu Beginn mit dem Thema Rassehundezucht befassen noch Neuland sein, andere kennen diese Zusammenhänge bereits ausführlicher.

Trotzdem (oder gerade deswegen) bleiben nicht selten viele Fragen offen, auf die wir hier versuchen werden Antworten zusammen zu tragen. Objektivität ist ein sehr dehnbarer Begriff. Ich selbst verstehe und sehe mich nicht als dezidiert objektiven Betrachter der Rassehundezucht sondern eher als deren kritischen Beobachter.  Jahrelange Beobachtungen im Umfeld der Do Khyi- Zucht und anderer Rassen haben mich dazu veranlasst dieses Thema hier im Blog einmal sehr detailliert aufzugreifen. Erst in den letzten Tagen ist mir wieder eine „Stilblüte“  innerhalb der Do Khyi – Zucht auffällig geworden, auf die ich [hier] näher einging.

Aber wie bereits angemerkt, wird der Do Khyi als Rasse nicht diesem Thema den Vordergrund bieten, es gibt genügend Beispiele mit nicht weniger Brisanz, auf die man thematisch eingehen kann, dazu bedarf es einfach nur ein wenig des Willens den sprichwörtlichen Tellerrand der eigenen Hunderasse hinter sich zu lassen.

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Gleich zu Anfang möchte ich feststellen, dass Hundezucht grundsätzlich lediglich Mittel zum Zweck ist, in positivem wie negativem Sinne.

Welpen wachsen nicht auf den Bäumen und werden daher auch kaum ohne eine entsprechende Nachfrage produziert. Auch hat Hundezucht rein garnichts mit einer natürlichen Fortpflanzung zu tun. Meisst ist es der Mensch, der sich massgeblich als „Geburtenplaner“ seiner Schützlinge betätigt, dies mit mehr oder weniger überlegten, oder gar keinen wirklich überlegten Zielen. Dies hört sich etwas zynisch an, ist aber nicht selten die von mir beobachtete Realität.

Ein Hobbyzüchter, und dies sind mehr als 95% der aktiven Züchter und Personen die sich der kontrollierten Hundezucht widmen, wird in der Regel aus Affinität und Begeisterung, hingezogen zu einer ganz bestimmten Hunderasse zum Züchter. Oft ist es auch reiner Zufall oder Zuspruch durch Dritte, aus Vereinen oder dem Freundeskreis, die eine solche Überlegung stützen und zum später umgesetzten Vorhaben werden lassen.

Ziele: (sollte man besser haben)

Der ehernste (aber leider nicht immer der erste) Beweggrund Welpen nachzuzüchten ist der Rasseerhalt.

Der Rasseerhalt einer Hunderasse wird quer durch sämtliche Hundevereine und Verbände fast immer als vordergründiges Zuchtziel angegeben, aber wird man diesem Ziel auch tatsächlich gerecht? In den jeweiligen Satzungen ist dieses Zuchtziel fast immer zu finden und damit sogar schriftlich festgehaltener Bestandteil. Alle Mitglieder eines Vereines wollen sich durch Beitritt dieser Aufgabe stellen und diese möglichst gewissenhaft umsetzen und unterstützen. Dazu werden Rahmenbedingungen benötigt und festgelegt, schon hat fast jeder Verein eine recht schnell für alle dort angeschlossenen Züchter geltende Zuchtordnung.

Ordnung ist ja bekanntlich der Deutschen liebstes Kind,  bezieht sich dabei aber zumeisst auf „Verordnungen“, die man gern Dritten angedeihen lassen möchte, und dann natürlich auch unbedingt eingehalten sehen will. Grundsätzlich ist der Gedanke an für alle Beteiligte, gleiche Rahmenbedingungen festzulegen, nicht falsch. Aber wie sieht es später auf dem eigenen Hinterhof mit Zwinger dann letztlich auch dort mit deren Einhaltung aus?

Auf diese Themen komme ich etwas später im Artikel und anderen Folgen anhand von einigen konkreten Beispielen zurück…

Wenn der Rasseerhalt von einem Züchter angestrebt wird, sind es die Gesunderhaltung bei gleichzeitiger Ursprünglichkeit und Erhaltung ganz bestimmter, positiver Wesensmerkmale, die den Rasseerhalt durch die Nachzuchten sichern und dabei dieses vordergründige Ziel anstreben, aber auch wirklich realisieren?

Festigung & Verbesserung positiver Merkmale sind also die primären Zuchtziele einer durchdachten Zucht, man könnte auch sagen, die allgemeine Aufgabenstellung für eine seriöse Liebhaberzucht. Dies gilt nicht nur für die Hundezucht, sondern überall dort wo man sich mit Tierzucht befasst.

All dies ist nun wirklich nichts neues, werden einige anmerken, aber darauf hinweisen möchte ich auch an dieser Stelle gern einmal mehr, denn die Realität sieht ja leider viel zu oft ganz anders aus, wie ich nachfolgend aufzeigen werde.

Mir persönlich wirft sich mit der oberen Feststellung aber schon die erste Zusatzfrage auf:

Was ist wirklich positiv?

Nach meinem Verständnis ist dies nur und ausschließlich dass, was tatsächlich typisch für die jeweilige Rasse ist und keinesfalls dass, was dem subjektiven Wunsch einzelner Züchter entspricht, seien dies auch noch so viele und seien diese auch noch so zahlreich innerhalb einer Rasse vertreten.

Ein sicher allgemein bekanntes Negativbeispiel:

Der Deutsche Schäferhund:

Hier ein Rasseportrait.

Jeder kennt den Klassiker der deutschen Hundezucht, und dessen stark veränderte Erscheinung im Laufe der Jahrzehnte. Hierbei bildet die überdeutlich abfallende Rückenpartie das wohl fast jedem Hundefreund bekannte Hauptmerkmal, welches schon sehr oft zur kontroversen Diskussion stand.

Dabei stelle ich auch hier einmal mehr die Frage, was ist daran/dabei wirklich noch typisch?

Dies…

oder dies…

oder gar dies…

wenn nicht schon dies… …was ist dies für eine Zuchtbestrebung? Wer kann angesichts solcher Tendenzen noch ernsthaft (glaubhaft sowieso nicht) von der Erhaltung typischer Merkmale bei der Rassehundezucht reden?

Als ich mich vor ca. 30 Jahren für den Deutschen Schäferhund interessierte, sahen diese noch so aus:

Warum darf der DSH nicht mehr so (normal) aussehen um bei Schönheitswettbewerben auf einem vorderen Platz zu landen?

Die letzte Aufnahme zeigt in etwa die Hündin eines damaligen Bekannten, ein Foto dieser Hündin ist bei mir leider nicht mehr vorhanden, aber viele der Leser werden noch sehr genau wissen das der DSH damals genau so (und nicht anders) aussah. Wenn man nun die oben von mir beschriebenen Maßstäbe anlegt, kann man doch eigendlich nur zu dem Eindruck bzw. zu der Feststellung gelangen, dass der ursprüngliche Typ dieser Rasse tatsächlich nicht gepflegt sondern erheblich verändert wurde, zumindest das Gebäude und damit auch die gesamte Erscheinung des DSH betreffend.

Bildquelle: (man muss tatsächlich im Ausland suchem um solch ein Foto, eines noch (normal) gebauten DSH zu finden)

Der DSH ist damit aber leider kein Einzelall:

Ohne detaillierter darauf einzugehen könnten in ähnlicher Weise auch die Rassen Boxer, Leonberger, Bernhardiener oder viele andere Rassen kritisch betrachtet werden. Bei vielen Rassen werden, angestrebt durch deren Züchter, der ursprüngliche Typ der Vertreter dieser Rassen in Größe, Gewicht und/oder Gebäude verändert.

Doch damit längst nicht genug der „Neukreationen“ innerhalb von Hunderassen.

Auch Bereiche wie Felllängen, Schnauzenlänge, Rückenlänge oder Kurzbeinigkeit bestimmter Rassen werden immer wieder an idiologisch vorbestimmte Vorstellungen angepasst und züchterisch modifiziert.

Ein weiteres Beispiel das mir mit diesem Hintergrund ebenfalls immer wieder in Erinnerung gerät ist die Französische Bulldogge. Wo bitteschön ist die Nase der Hunde bei dieser Rasse geblieben? Diese Hunderasse vermag in vielen Fällen nicht einmal mehr durch die Nase zu athmen. Das Resultat sind ständig röchelnde Hunde und eine deutliche Beeinträchtigung des für einen Hund wichtigsten Sinnesorgans. Wie sicher viele hier wissen werden, „sieht“ ein Hund hauptsächlich durch die Nase, wenn auch nur in übertragenem Sinne. Was soll soetwas, ist es denn wirklich schön und wer legt solche Maßstäbe an?

Ich nenne dies Qualzucht.

Weitere, ähnliche Tendenzen finden sich beim Urgestein der deutschen Hundezucht, dem Mops und bekanntlich schon länger bei Perserkatzen, mit ähnlichen Auswirkungen für die Tiere.

Auf diese Weise wurde der Rassehund schon seit Jahrzehnten immer wieder zum perversen Spielball menschlicher Eitelkeiten.

Bei den oben aufgezeigten Beispielen muss man sich eines ganz klar vor Augen halten!

ALLES und noch sehr viel weiter gehende, ähnliche Bestrebungen konnten trotz der bestehenden Regularien, die offizielle und kontrollierte Hundezucht betreffenden Zuchtordnungen und sämtlicher dazu verantwortlicher Institutionen, Vereine und Verbände eindeutig völlig ungehindert durchgesetzt werden. Die Elterntiere & Nachzuchten erhalten ohne Probleme Ahnennachweise, passieren als „Typische Rassevertreter“ Körungen und Ausstellungen, Nachzuchten werden von Funktionären bei Wurfabnahmen als „rassekonform“ anerkannt…

Wie ist dies jedoch möglich, wenn schon mit blossem Auge zu erkennen ist, dass diese „Tendenzen“ starke Abweichungen vom ursprünglichen Typ der Rasse repräsentieren? Wie weit muss man sich dort schon gedanklich vom eigentlichen (angeblichen) Grundsatz die Ursprünglichkeit einer Rasse fördern zu wollen, weit, weit entfernt haben?

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Was sagt die Kynologie (Wissenschaft zum Hund) dazu?

Um es ganz kurz zu machen:

Die Wissenschaft ist ebenfalls weitestgehend einer Ansicht, die sich mit meinen persönlichen Beurteilungen und Eindrücken deckt. Dies kommt jedoch nicht von ungefähr. Weder Kynologen noch meine Person sind Züchter und hätten damit einen kommerziellen Anspruch an die Hundezucht.

Ich möchte diesem Aspekt jedoch nicht weiter vorgreifen und lasse dazu einfach einmal ein Statement eines der derzeit sehr breit anerkannten Genetiker unserer Zeit wirken.

Quelle: Univ.Prof.Dr.med.vet. Irene Sommerfeld- Stur

Dem habe ich im Wesentlichen (dieses Thema betreffend) nichts mehr hinzuzufügen, obwohl sich Frau Prof. Sommerfeld- Stur in diesem Artikel der Populationsgenetik, der genetischen Varianz und den dabei möglichen Dispositionsproblemen widmet, treffen alle sonstigen Anmerkungen auch sehr gut den Kern der allgemeinen Hundezucht.

Daher habe ich Frau Sommerfeld- Stur auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen zitiert, sondern zum oberen Thema den gesamten Artikel verlinkt.

Zur allg. Hundezucht sagt Frau Sommerfeld- Stur folgendes:

Selektion auf schwer objektivierbare Merkmale:

Im Gegensatz zu objektiv erfassbaren Merkmalen wie sie in der Nutztierzucht in den meisten Fällen Gegenstand der züchterischen Bearbeitung einer Population sind (z.B. Milchleistung, tägliche Zunahme etc.) sind Selektionskriterien in der Hundezucht in den meisten Fällen nur subjektiv erfassbar. Das gilt einerseits für die meisten Formwertmerkmale aber auch für viele Defektmerkmale. So liegt z.B. die Wiederholbarkeit einer HD-Befundung trotz standardisierter Untersuchungstechnik und recht genauer Befundvorgaben nicht bei 100 Prozent. Für züchterische Screeninguntersuchungen ist somit genauso wie für labordiagnostische Verfahren eine Validierung sowie eine regelmäßige Qualitätskontrolle zu fordern.

Ideale Bedingungen bieten in diesem Zusammenhang die modernen molekulargenetischen Diagnoseverfahren zumindest dann, wenn sie auf dem direkten Nachweis des Defektgens beruhen. Der Nachweis von Kopplungsmarkern hingegen ist durch die Möglichkeit von Kopplungsbrüchen immer mit einer bestimmten Unsicherheit verbunden, deren Ausmaß von den Untersuchungslabors angegeben werden sollte.

Fehlende bzw. unzureichende genetische Ausbildung der Züchter:

Züchten erfordert zumindest in Hinblick auf die einfache Vermehrung von Hunden keine besonderen genetischen Vorkenntnisse. Viele Zuchtverbände schreiben zwar inzwischen ihren „Neuzüchtern“ den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen vor, die aber selbst im günstigsten Fall nur Teilaspekte des gesamten genetischen und populationsgenetischen Wissens bieten können. Und es gibt zwar inzwischen ausreichend einschlägige Basisliteratur und auch das Internet bietet unzählige Seiten mit guten Informationen für Hundezüchter. Dennoch ist die Materie der Genetik und Populationsgenetik ein sehr komplexer Bereich der für den einzelnen Züchter ohne die entsprechende Anleitung kaum komplett zu erfassen und umzusetzen ist.

Sehr oft fehlt es auch an der Bereitschaft sich mit den theoretischen Grundlagen auseinanderzusetzen. Insbesondere der doch recht mathematisch statistisch ausgerichtete Bereich der Populationsgenetik ruft in vielen Fällen Berührungsängste hervor, die eine effiziente Annäherung an die Thematik verhindern. Und wie schon gesagt, man kann ja, zumindest kurzfristig, durchaus erfolgreich züchten auch ohne sich mit theoretischem Wissen zu belasten. Und ein Großteil der Züchter begnügt sich ja auch mit einem oder zwei Würfen und mit ein bisschen Glück geht dabei ja auch alles gut.

Betrachtet man Hundezucht aber im Sinne des Postulates „Züchten heißt in Populationen und in Generationen zu denken“ dann kann eigentlich nur derjenige als Züchter gelten, der sich mit der züchterischen Dynamik von Populationen konstruktiv auseinandersetzt und auch danach handelt. Und dafür fehlen einem Großteil der Züchter die Voraussetzungen.

Fehlendes bzw. unzureichendes Wissen über genetische Grundlagen von Krankheiten, Leistungs- und Wesensmerkmalen:

Aus dem oben gesagten ergibt sich zwangsläufig, dass Daten, die normalerweise benötigt werden um gültige Aussagen über die Prävalenz von Defekten, den Erbgang bzw. die Heritabilität von Krankheiten aber auch von anderen züchterisch interessanten Merkmalen wie Formwert- und Wesenskriterien zu erhalten in der Hundezucht nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich aber auch für den in der züchterischen Beratung tätigen Tierarzt das Problem, dass Fragen, die an ihn von Züchterseite herangetragen werden oft nur unvollständig oder ungenau oder gar nicht beantwortet werden können.

Eine gewisse Hoffnung liegt in der fast explosionsartigen Entwicklung molekulargenetischer Untersuchungsverfahren, deren Implementierung in die praktische Hundezucht neue Chancen bringen wird aber gleichzeitig auch wieder neue Probleme aufwerfen wird.

Erfolgreiche beratende aber auch eigene aktive Tätigkeit in der Hundezucht erfordert somit neben der Aneignung des notwendigen genetischen und populationsgenetischen Grundwissens auch die Auseinandersetzung mit den genannten speziellen populationsdynamischen und menschlichen Aspekten der Zucht von Hunden.

Quelle: http://www.sommerfeld-stur.at/hundezucht/populationen

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Warum schreibt ein erfahrener Kynologe und Populationsgenetiker dies in solch einer Deutlichkeit? Ich gehe einfach davon aus, dass Frau Sommerfeld- Stur eine aus der beruflichen Praxis abgeleitete, begründete Veranlassung gesehen hat, auf speziell diese Themen hinzuweisen.

Meine eigenen Erfahrungen:

Seit über 15 Jahren befasse ich mich aus einem ganz persönlichen Interesse am Hund auch mit den Themen der Zucht, denn diese sind nahezu untrennbar. Wann immer man sich mit einer bestimmten Hunderasse befasst, sind die darin engagierten Züchter immer die ersten Ansprechpersonen. Was ich zur Rasse Do Khyi anzumerken hätte, wenn es um die mangelnde Kompetenz von Züchtern geht, ist hier ausführlicher nachzulesen.

(Auch zu diesem Thema erreichten mich bisher lediglich anonyme, völlig neben der Sache liegende, auf meine Person bezogene Kommentare. Mich wundert dies nicht.)

Auch Vereine verweisen bei Nachfragen zu einer Rasse fast immer auf bestimmte Züchter ohne selbst eine entsprechende Beratung zu leisten, zumindest war dies in beinahe allen von mir selbst beobachteten oder von Bekannten berichteten Fällen so. Hinzu kommt, dass Vereinsfunktionäre nicht selten auch selbst Züchter sind, so schliesst sich auch dieser Kreis immer recht schnell.

DER oder mehrere besuchte Züchter einer Rasse bzw. im Idealfalle eigene Bekannte mit einem Hund der betreffenden Rasse und dessen Züchterempfehlung, sind also fast grundsätzlich die Erstkontakte eines Welpeninteressenten.

Warum dies ausgesprochen problematish sein kann, erörtere ich im nächsten Teil, der sich nach der chronologischen Reihenfolge des Vorwortes mit dem Begriff Gesunderhaltung der Rassen als  primäres Zuchtziel beschäftigen wird.

Teil 2 erscheint in Kürze.

Nachtrag: Dieser Artikel erschien im Vorgängerblog a. 19.02.2008 und zog eine Fülle von anonymen Kommentaren und e-Mail nach sich.

Der allgemeine Tenor und Vorwurf in meine Richtung war, dass meine Einlassung wohl eine „Dramatisierung der Rassehundezucht“ sei. Dabei frage ich mich, ob man die gezeigten Bilder überhaupt noch „dramatisieren“ könnte? Zeigen diese nicht recht deutlich auf, was nachfolgend in Worten lediglich weiter verdeutlicht wurde?

Zudem übesieht man bei einer solchen „Haltung“ (ich würde es eher als Ignoranz und/oder oppurtunistische Blindheit für die Realität bezeichnen) tatsächlich einmal mehr, dass ich zu meinen persönlichen Ausführungen (im unteren Abschnitt) eine kaum zu ignorierende, wissenschaftliche Unterstützung zitiert habe. Möchte man die dort angeführten Feststellungen auch lediglich als „Dramatisierung“ der Gesamtsituation begreifen? Sind die Ausführungen eines anerkannten Populationsgenetikers unserer Zeit tatsächlich eine Überzeichnung der Situation?

Wo wäre denn der „richtige“ Blickwinkel zu finden?…verwiesen wurde auf einen entsprechenden Platz bisher noch nicht!

Offensichtlich verbleiben keine anderen Argumente auf der angesprochenen Seite, die Qualzuchtsituation und deren Bestrebungen erfindet, umsetzt, verteidigt und unterstützt. Angesichts solch einer Haltung kann man nur froh sein, nicht zum Kreise solcher Züchter zu gehören oder als Vereinsfunktionär nichts von dem mitverantworten zu müssen, was man dort krampfhaft zu verteidigen versucht.

Beste Grüße,

Felix Arnst


Responses

  1. In der deutschen Sprache fehlt eine einheitliche Definition des Wortes „Züchter“.
    Die meisten, die diese Bezeichnung für sich beanspruchen, erfüllen nicht einmal die Mindestanforderungen des Tierschutzes.
    Grundwissen über Genetik und Kynologie möchte ich gar nicht erst ansprechen.

    Wo kämen wir hin, wenn sich jeder Scharlatan ungestraft Arzt nennen dürfte?

    Geht es allerdings um Hundezucht, sieht man sich nur selbsternannten Experten gegenüber.
    Wohin das führen kann, zeigen o.g. Beispiele.
    Ich befürworte, dass ein angehender Züchter eine, wie auch immer geartete Ausbildung (mit Abschlussprüfung) zu durchlaufen hat, bevor er sich so nennen darf.

  2. Hallo Doris,

    ich verstehe deine Anmerkung sehr gut, letztlich sieht es ja auch die Frau Prof. so ähnlich, auch wenn es auf ihrer Webseite unausgesprochen bleibt.
    Die Argumente sind jedoch nicht von der Hand zu weisen, daran ändern auch die paar freiwilligen Leer…gänge (die Schreibweise ist durchaus beabsichtigt, denn die wenigsten Züchter besuchen diese tatsächlich) nichts, die der VDH anbietet.

    Ich vertrete dazu eine etwas liberalere Ansicht, doch dazu später im Verlauf der nächsten Teile mehr.

  3. Hallo,
    Sehr guter Text,
    ich kenne auch bei anderen Rassen viele Negativbeispiele. So gibt es z.B, auch viele Züchter von kräftigen Herdenschutzhunden (z.B. Mastin Espanol), die nur darauf aus sind diese Hunde immer schwerer und massiger zu Züchten so das sie mit dem ursprünglichen Typ kaum noch etwas zu tun haben. Damit kommen dann auch immer mehr Krankheiten und eine kürzere Lebensdauer. Dabei sollte die Gesundheit doch im Vordergrund stehen.

    Ich kann Doris sehr gut verstehen.
    So sollte es sein. Aber so lange jeder ohne jegliches Wissen Züchten darf, wird sich wohl auch an den vielen Negativbeispielen nichts ändern.

  4. […] Sicher gäbe es bis zum heutigen Tage auch keine Schäferhunde mit überdeutlich abfallender Rückenlinie, bis einige Züchter etwas nachhalfen. Entsprechende Bilder und eine Kommentierung hatte ich dazu bereits in einem anderen Artikel vorgestellt. […]

  5. Interessante Ausführungen, die ich unterstützen kann…leider. ABER: Nur die Negativbeispiele anzuführen führt m.E. nur dazu, wieder Öl ins Feuer zu gießen und die, die es nie lernen kann man eh nicht ändern. Vielleicht muss man einfach umdenken und die positiven Beispiele in der Hundezucht herausstellen, die es ja auch gibt. Und vor allem eine Zusammenarbeit anstreben und Vorbild geben. Es stehen neue Generationen an und wir alle wissen, was Anerkennung bewirken kann.

  6. Hallo Marib,

    glaube mir, ich würde nichts lieber tun als über Positive Beispiele in der Hundezucht zu berichten, hast Du solche Beispiele schon beobachten können, und wenn ja, wo bitteschön?

    Gib mir doch bitte mal einen Tipp dazu.

  7. […] man zum Thema der “erfolgreichen Hundezucht”  im Internet oder auch hier (bereits seit längerer Zeit) nachlesen kann, wird hier fein säuberlich aufgelistet, weit über […]


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