Verfasst von: Felix Arnst | 16. Mai 2008

Lesen macht doof!

… dies habe ich dieser Tage in einer Blogrankingliste gelesen und natürlich sofort angeklickt, weil ich den Satz für völlig unzutreffend halte, jedenfalls als pauschales Urteil oder Bewertung:

Was man dort für besser hält, kann man unter folgendem Link nachlesen. Dies hat aber eigentlich nichts mit dem Thema zu tun, dass ich heute ansprechen möchte.

Es kann doch nicht sein, dass man solch ein (wie ich finde, falsches) Werturteil nicht kommentiert.

Ich würde viel eher auf den folgenden Satz relativieren:

Wer an dern falschen Stellen lesen tuuut…(konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen) ,sollte sich anschliessend nicht wundern, wen er mit einer etwas seltsamen/merkwürdigen Weltanschauung zu den dort unbedarft aufgenommenen Aussagen von der Realität (wohl eher unbemerkt) kontinuierlich seitlich abdriftet.

Dies kann eigentlich zu beinahe jedem Thema der Fall sein – die uns allen bekannte Bild- Zeitung ist eine recht gutes Beispiel dazu. Ausgerüstet mit solchem „Wissen“, und den dort täglich vorexerzierten Weltanschauungen könnte es sein, dass man im realen Leben etwas problematischer seinen Weg gehen wird, wenn man dies für eine akzeptable Haltung hält.

In unserer Hundeszene ist es natürlich nicht anders.

Was dem Einen seine Bild ist, ist des Anderen Fokus, dies zeigt sich auch im www, wenn man die dort vorzufindenen Webseiten zum Thema Do Khyi einmal aufmerksam und möglichst sachlich vergleicht. Hinzu kommt, dass für ca. 85% dieser Hundeseiten offenbar keinerlei Rasseprobleme oder Zuchtproblematiken zu bestehen scheinen, zumindest findet man solche Hinweise dort nicht.

Die 15 übrigen Prozent, wo Zuchtprobleme angesprochen werden, werden wiederum zu ca. 90% von nur einer einzigen Person beeinflusst, die dort die angeblichen Vorzüge ihres eigenen Kennel vorstellt. Somit entfällt auf diesen Blog hier etwa ein übrig gebliebener Anteil von ca. 3% der im deutschsprachigen Raum lesbaren Internetinformationen, wodurch man nicht mit manipulierten Informationen, sondern möglichst sachbezogen zu diesen Themen informiert wird.

Guuut, wenn man noch zwei drei andere Webseiten einbezieht, die ebenfalls teilweise wertfreie Aussagen zu diesen Themen in zusammen etwa 20 Sätzen versteckten, dann kommt man der realen Verhältnismäßigkeit sicher recht nahe.

Wenn man diese Verhältnismässigkeit also akzeptiert und ebenso bewertet, dann muss man im Ergebnis feststellen, dass 97.5% der deutschsprachigen Webseiten zum Do Khyi nicht etwa doof machen, aber eine Menge wichtiger Informationen vorenthalten, bewusst oder auch unbewusst.

Dort bildet die „Heile Welt“ um den Do Khyi, Ausstellungserfolge, erworbene Championate und ein angeblicher „Zuchterfolg“ nach dem anderen den Mittelpunkt. Jedes Jahr freut man sich dort über zig Welpen, die zu einem nicht unbeträchtlichen Teil jedoch genbelastet sind und eigentlich nicht in völlig unvorbereitete Hände abgegeben werden dürften.

Ein Kreislauf, den ich nun schon seit guten 10 Jahren unverändert beobachte.

Die, die einmal etwas daran ändern wollten, haben das gleiche Verhalten angenommen, dass sie vorher dem zuchtbuchführenden Verein vorwarfen – jetzt jedoch lediglich bezogen auf die eigenen Hunde und den einzigen „Züchter“ dieser Gruppe. Das dortige Süppchen wird nicht noch zusätzlich durch reichlich Priesen von unnötigem Salz und Pfeffer ungenißbar, sondern hauptsächlich durch den ständig fehlenden Wahrheitsgehalt der dortigen Verlautbarungen. Völlig realitätsfremd wähnt man sich in dieser Rolle als Weltverbesserer der Population (ohne internationale Kontakte und entsprechender Anerkennung) und bemerkt dabei nicht einmal, dass in Wirklichkeit niemand wirklich etwas davon halten kann, weil die dortigen Überlegungen schlichtweg keinerlei umsetzbare Basis haben?

Wie kann man die Erde immer noch zur Scheibe erklären wollen, wenn sie stetig vor einem wegrollt?

Solche „Fähigkeiten“ besitzt einzig eine Person und deren paar Anhänger, die dann irgendwann auch beobachten werden, wie die rollende Scheibe den letzten Abhang runterkullert.

Nichts hat sich geändert, bis auf eine ebenfalls relativ kleine Gruppe im Süddeutschen. Dort redet man gar nicht über solche Themen – jedenfalls nicht öffentlich – versucht aber wenigstens vor der eigenen Türe den Raum freizuhalten so gut es geht, indem man bei den dortigen Verpaarungen sehr bedächtig vorgeht, dies aber auch erst seit ein paar Jahren.

Unter dem Strich, entspricht das Resultat exakt der Formulierung der oberen Kopfzeile des hiesigen Blog.

…Hintergründe und Situationsbeschreibungen zum stetigen, züchterischen Niedergang des seltenen tibetischen Berghundes

…steht dort, und beschreibt damit die systematische Zugrunderichtung einer Hunderasse, die doch angeblich alle so gern fördern wollten?

Es ist nicht damit getan sein, sein Geld irgendwelchen (eigentlich völlig unnützen) Vereinen in den Rachen zu werfen, die im Ergebnis entweder gar nichts für die Rasse in Bezug zu einer überlegten und auf vorhandene Defekte ausgerichteten Zuchtkontrolle leisten, oder schon derart vernagelt sind, lediglich eine Gruppe um eine einzelne Züchterin unterstützen zu wollen. Von den dortigen „Zuchterfolgen“ rede ich besser nicht mehr. Die Leute die so etwas als Do Khyi angedreht bekommen können einem nur aufrichtig leid tun.

Unter solchen Umständen, musste die Rasse genau dort anstranden, wo sie derzeit in genetischer Hinsicht steht.

Vor ein paar Wochen schrieb ich, dass die Rasse an den sie umgebenden Menschen langsam sterben wird, dies ist meine feste Überzeugung. Denn die paar Leute die anders denken, als die Masse dies ebnen nicht tut, kann nichts bewirken – weder national und international schon gar nicht.

Wirklich fundiertes Wissen um unsere Hunderasse, den Hintergründen und Problematiken in der Zucht – und vor Allen, der Wille dem bewusst entgegen steuern zu wollen, scheint zusammen mit Thomas Wechsler in der Schweiz, zum allergrössten Teil zumindest, bereits verstorben zu sein.

Beste Grüsse,

Felix Arnst


Responses

  1. […] siehe da, nicht nur habe ich zurück hierher gefunden, sondern wurde auch auf das Do Khyi Blog und diesen unglaublich guten Artikel aufmerksam. Leider habe ich es nur geschafft den ersten Absatz zu lesen, aber ich bin mir sicher, […]

  2. Danke für die Blumen!…man gibt sich hier redlich Mühe.

    …und genau dazu hatte ich Deinen Blog nicht nur verlinkt, sondern schliesslich auch angepingt, was bei mir automatisch zu allen eingefügten Links, immer passiert. Irgendwie hats aber deine Sidebar zerschossen, …die Kommentare werden nicht angezeigt? 😉

    Beste Grüsse,
    Felix

  3. Da diese Bloggerei noch ziemlich neu für mich ist, kann es sein, dass ich jetzt totalen Unsinn schreibe, aber ich versuche es dennoch:

    Die „Neusten Kommentare“ tauchen bei mir ganz unten auf, wenn Du das meinst, und würde der Pingback nicht nur als Kommentar erscheinen wenn Du als Link nicht die Startseite sondern einen bestimmten Artikel verwendet hättest?

    Dennoch vielen Dank und viele Grüße

    Andreas @ Lesen macht doof!

  4. Hallo Andreas,

    Du hast völlig Recht, nur wenn die URL eines Artikels gepingt wird, erscheint der Ping als Kommentar. Ich hatte die URL des Artikels angepingt…aber nicht immer klappt dies auch.
    Ich mache dies grundsätzlich (mit wenigen Ausnahmen) damit jeder den ich verlinke auch weiß, was ich „verbrochen“ habe.

    Beste Grüße,
    Felix

  5. […] macht doof II. Es ist noch gar nicht so lange her, da bezog ich mich bereits einmal auf die gleiche Überschrift, auch damals merkte ich an, dass dies pauschal nicht stimme und es […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: